Ratgeber · Gewerbe
Cyberversicherung für kleine Betriebe: Wann lohnt sie sich?
Ein Hackerangriff trifft nicht nur große Konzerne. Auch kleine Betriebe, die von E-Mail, Kundendaten und funktionierender IT leben, können damit lahmgelegt werden.
Kurz zusammengefasst
- Eine Cyberversicherung ersetzt Kosten nach einem Angriff und hilft im Ernstfall mit Soforthilfe.
- Sie lohnt sich vor allem, wenn Ihr Betrieb ohne IT nicht arbeiten kann oder Sie Kundendaten verarbeiten.
- Sie ersetzt keine Vorsorge. Versicherer erwarten Datensicherungen, Updates und Virenschutz.
- Die Betriebshaftpflicht deckt Cyberschäden in der Regel nicht.
Was kann in einem kleinen Betrieb passieren?
- Verschlüsselung durch Schadsoftware: Dateien und Systeme sind gesperrt, der Betrieb steht. Oft wird Geld für die Freigabe verlangt.
- Gefälschte E-Mails: Jemand gibt sich als Kunde oder Lieferant aus und veranlasst eine Zahlung oder die Herausgabe von Zugangsdaten.
- Datenpanne: Kundendaten gehen verloren oder geraten in falsche Hände. Dann können Meldepflichten und Ansprüche Betroffener folgen.
- Ausfall der IT: Auch ohne Täter kann ein technischer Schaden den Betrieb lahmlegen.
Was eine Cyberversicherung typischerweise leistet
Je nach Tarif übernimmt sie Eigenschäden, etwa die Wiederherstellung von Daten und Systemen, den Ertragsausfall bei einer Betriebsunterbrechung sowie Kosten für IT-Forensik und Krisenberatung. Dazu kommen Drittschäden: Machen Kunden oder Geschäftspartner nach einer Datenpanne Ansprüche geltend, prüft die Versicherung diese und wehrt unberechtigte ab. Viele Anbieter stellen im Ernstfall eine Notfall-Hotline bereit. Einzelheiten stehen auf der Seite Cyberversicherung.
Fünf Fragen an Ihren Betrieb
- Wie lange könnten wir ohne Computer, E-Mail und Kundenverwaltung arbeiten?
- Speichern wir personenbezogene Daten von Kunden, Patienten oder Mitarbeitenden?
- Nehmen wir Zahlungen online an oder betreiben wir einen Online-Shop?
- Gibt es regelmäßige, getrennt aufbewahrte Datensicherungen, und wurde die Wiederherstellung schon einmal getestet?
- Wissen alle im Team, woran man gefälschte E-Mails erkennt?
Je häufiger die Antwort auf die ersten drei Fragen „Ja“ lautet und je kürzer die Zeit bei der ersten Frage, desto eher lohnt sich ein Blick auf eine Cyberversicherung.
Vorsorge bleibt wichtig
Eine Versicherung verhindert keinen Angriff. Versicherer fragen deshalb nach dem Sicherheitsniveau und erwarten typische Maßnahmen: regelmäßige Datensicherungen, aktueller Virenschutz und Firewall, zeitnahe Updates und teils eine Zwei-Faktor-Anmeldung. Werden vereinbarte Maßnahmen nicht eingehalten, kann der Schutz im Schadenfall eingeschränkt sein. Schäden, die schon vor Vertragsbeginn eingetreten sind, sind in der Regel nicht versichert.
Betriebshaftpflicht und Cyberversicherung
Die Betriebshaftpflicht deckt vor allem Personen- und Sachschäden. Datenverlust und die daraus entstehenden Vermögensschäden sind meist ausgeschlossen oder nur sehr eingeschränkt versichert. Die Cyberversicherung schließt diese Lücke, ersetzt die Betriebshaftpflicht aber nicht.
So kann ich Ihnen helfen
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